TCL NXTPAPER 70 Pro: Der Bildschirm steht im Mittelpunkt [Testbericht]

Letzte Aktualisierung: Juli 30 2026

Nicht alle Smartphones wollen auf dieselbe Weise beeindrucken. Manche versuchen, mit beeindruckenden Spezifikationen, immer klobigeren Kameramodulen oder Prozessoren, die alles mühelos bewältigen sollen, Aufmerksamkeit zu erregen. Das TCL NXTPAPER 70 Pro spielt in einer anderen Liga. Es will weder das leistungsstärkste, noch das beste Kamera- oder das auffälligste Smartphone sein. Sein Ansatz ist viel spezifischer und auf dem heutigen Markt auch ungewöhnlicher: ein komfortableres , klareres und optisch weniger störendes Nutzererlebnis zu bieten.

Nach eingehender Betrachtung aller Funktionen dieses Modells wird deutlich, dass TCL ein Telefon um seinen Bildschirm herum entwickeln wollte und nicht umgekehrt.

Die genannten Vorteile liegen auf der Hand, erfordern aber auch gewisse Kompromisse. Deshalb ist dies kein typisches Smartphone, das man einfach jedem empfehlen kann. Es ist vielmehr ein Gerät für all jene, die viele Stunden mit Lesen, Surfen, Dokumentenprüfung, Webseitenbesuchen oder dem Konsumieren von Inhalten verbringen und feststellen, dass herkömmliche Bildschirme oft wie eine kleine Taschenlampe wirken, die ihnen ins Gesicht leuchtet.

Design und Ergonomie: groß, unaufdringlich und besser verarbeitet, als es den Anschein hat.

Das TCL NXTPAPER 70 Pro besticht durch sein modernes Design. Es verfügt über einen flachen Rahmen, eine geradlinige Vorder- und Rückseite, die alle zu einer schlichten, klaren Ästhetik ohne ausgefallene Details beitragen. Es wirkt nicht billig, versucht aber auch nicht, ein besonders luxuriöses Image zu vermitteln. Es bietet eine gelungene Balance zwischen Qualität und Substanz, vermittelt ein Gefühl von Solidität und hinterlässt einen besseren Eindruck, als man in dieser Preisklasse erwarten würde.

Eines muss jedoch klargestellt werden: Es handelt sich um ein großes Smartphone. Mit seinem 6,9-Zoll-Bildschirm gehört es zu einer Kategorie, die sich an Nutzer richtet, die Wert auf ein großes Display legen und weniger auf einfache Einhandbedienung. Es ist weder besonders kompakt noch leicht, und seine 208 Gramm sind spürbar. Andererseits ist die Formgebung bei einem Produkt, das als eine Art Hybrid-E-Reader für den täglichen Gebrauch konzipiert ist, absolut sinnvoll. Hier ist die Größe kein Zufall, sondern ein integraler Bestandteil des Designs.

Ich schätze es auch, dass TCL praktische Details nicht vernachlässigt hat. Die IP68-Zertifizierung ist ein Pluspunkt für ein Gerät, das stark beansprucht wird, und der seitlich angebrachte Fingerabdrucksensor erscheint logisch: schnell, komfortabel und weniger problematisch als manche im Display integrierte Sensoren in Mittelklasse-Smartphones. Insgesamt wirkt das Design des Smartphones nicht übertrieben auffällig, sondern solide verarbeitet, und genau darauf kommt es manchmal an.

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Bildschirm: der Hauptprotagonist

Wenn dieses Smartphone ein echtes Verkaufsargument hat, dann ist es dieses: Das NXTPAPER 4.0-Display ist nicht einfach nur ein weiteres Panel mit einem einprägsamen Namen. Es ist das Herzstück des Geräts. TCL hat sich für ein 6,9 Zoll großes, mattes Display mit FHD+-Auflösung, einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz und einer völlig anderen Technologie als bei herkömmlichen Displays entschieden.

Der erste große Unterschied liegt in der Oberfläche. Die fehlenden Spiegelungen verbessern das Nutzererlebnis deutlich. Das Lesen auf dem Bildschirm fühlt sich natürlicher und entspannter an und lenkt in vielen Alltagssituationen wesentlich weniger ab. Außerdem wirkt die Oberfläche auf den ersten Blick weniger schmutzig – ein kleiner Punkt, bis man wieder auf einen herkömmlichen, mit Fingerabdrücken übersäten Glasbildschirm schaut und den Unterschied bemerkt. Hier fühlt sich der Bildschirm stets sauber an, und das ist mehr wert, als man vielleicht denkt.

Der zweite Unterschied liegt im Tastgefühl. Es gleitet nicht so leicht klebrig, wie es bei vielen Glasbildschirmen nach längerem Gebrauch oder Verschmutzungen der Fall ist. Hier gleitet der Finger viel geschmeidiger, und die Oberfläche reagiert besonders gut auf Stifteingaben, was perfekt zum Konzept des T-Pen als ergänzendes Zubehör passt.

Dann gibt es noch die bekannte NXTPAPER-Taste, mit der man schnell zwischen verschiedenen Anzeigemodi wechseln kann. TCL hat sich hier eine ziemlich clevere Idee einfallen lassen, denn es ist mehr als nur ein netter visueller Filter. Der Farbpapiermodus erhält die Farbbrillanz teilweise, reduziert aber die visuelle Intensität für ein angenehmeres Leseerlebnis. Der Tintenmodus blendet Farben aus und verwandelt das Smartphone in einen überzeugenden, improvisierten E-Reader. Und der Max-Ink- Modus geht noch einen Schritt weiter: Er minimiert Ablenkungen, schränkt Hintergrundaktivitäten ein und zielt darauf ab, das Leseerlebnis nahezu vollständig zu fokussieren.

Es ist jedoch wichtig, diesen Bildschirm nicht zu idealisieren. Er bietet zwar einen deutlichen Vorteil beim Sehkomfort, aber nicht dieselbe visuelle Wirkung wie andere, spektakulärere Panels. Er will nicht mit übertriebenen Farben oder tiefen Schwarztönen beeindrucken. Der Ansatz ist ein anderer. Dieser Bildschirm ist darauf ausgelegt, die Augen zu schonen, nicht in einem kurzen Vergleich zu beeindrucken. Und genau dieser Unterschied muss verstanden werden, denn er ist der Grund, warum manche ihn lieben und andere ihn weniger beeindruckend finden werden.

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Echte Benutzererfahrung

Das TCL NXTPAPER 70 Pro wird von einem MediaTek Dimensity 7300 Prozessor angetrieben und verfügt über 8 GB RAM sowie wahlweise 256 GB oder 512 GB Speicherplatz. Auf dem Papier wirkt es nicht besonders beeindruckend, muss es aber auch nicht sein. Insgesamt macht es einen soliden, flüssig laufenden Eindruck und ist für seinen vorgesehenen Einsatzzweck gut geeignet.

Im Alltag bewältigt es problemlos Surfen, soziale Medien, Messaging, Lesen, Multimedia-Konsum, Notizen, einfache Produktivitätsaufgaben und typisches Multitasking. Selbst bei Spielen schlägt es sich wacker, solange man keine Leistung wie bei einem reinen Gaming-Gerät erwartet. Kurz gesagt: Es ist nicht außergewöhnlich, aber auch nicht schlecht. Es bewegt sich im Mittelfeld und bietet ausreichende Leistung, ohne dabei übertriebene Ansprüche zu stellen.

Ein besonders positives Detail ist das Wärmemanagement. Bei so großen Geräten, die für den Dauereinsatz konzipiert sind, ist es entscheidend, dass das Smartphone nicht überhitzt. Hier hat TCL offensichtlich ganze Arbeit geleistet, und das verbessert die Nutzererfahrung deutlich mehr als gelegentliche Stromspitzen.

Batterie und Software

Mit einem 5.200-mAh-Akku und 33-W-Schnellladefunktion entspricht die Akkulaufzeit den Erwartungen, bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Das Displaydesign und der Max-Ink-Modus tragen dazu bei, die Akkulaufzeit beim Lesen oder bei längeren Lesezeiten zu verlängern. Es scheint kein Smartphone zu sein, das den Tag nicht problemlos übersteht – angesichts der Displaygröße eine gute Nachricht.

Das Laden ist im Vergleich zu anderen Modellen, die ohnehin mit einer anderen Geschwindigkeit arbeiten, nicht besonders schnell , aber das stört mich nicht. Es passt eher zu einem vernünftigen Smartphone als zu einem, das nur auf Schlagzeilen setzt.

Auf Softwareseite kommt Android 16 mit TCL UI 9.0 zum Einsatz. Der Hersteller legt hier besonderen Wert auf Funktionen, die sowohl den Bildschirm als auch die künstliche Intelligenz betreffen. Es gibt Tools zum Schreiben, Transkribieren und Zusammenfassen von Sprachnotizen, Echtzeitübersetzung, Untertitelung, einen Hörbuchgenerator und Bildbearbeitung. Das klingt ambitioniert, aber das Wichtigste ist, dass sich diese Funktionen nicht aufgesetzt anfühlen. Auf einem Smartphone, das so stark auf Textkonsum, Lesen und einfache Produktivitätsanwendungen ausgerichtet ist, sind sie absolut sinnvoll.

Kameras

Der Schwerpunkt des TCL NXTPAPER 70 Pro liegt eindeutig auf der Fotografie. Es verfügt über eine 50-Megapixel-Hauptkamera, ein 8-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv und eine 32-Megapixel-Frontkamera. Das Ergebnis lässt sich am besten mit dem Wort „ausreichend“ beschreiben.

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Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Hauptkamera ansprechende Ergebnisse mit lebendigen Farben und einer ausreichenden Leistung für alltägliche Fotos, Social Media und Messenger. Für den Durchschnittsnutzer ist sie keine problematische Kamera, weckt aber auch keine überragenden Erwartungen. Bei schwachem Licht oder starkem Zoomen werden ihre Grenzen jedoch deutlich. Das Ultraweitwinkelobjektiv ist gerade noch ausreichend, ein Zoom über 2x hinaus ist weitgehend sinnlos, und die Videoaufnahmen erreichen nur ein mittelmäßiges, akzeptables Niveau.

Ich sehe das nicht unbedingt als schwerwiegenden Mangel, denn dieses Smartphone will sich ja auch nicht als Spitzenmodell unter den Kameras positionieren. Aber eines ist klar: Wer ein Smartphone sucht, bei dem die Kamera im Vordergrund steht, wird hier nicht fündig. Dieses Smartphone konzentriert sich ganz klar auf den Bildschirm. Die Kamera dient dazu, gute Fotos zu machen, nicht um anzugeben.

Meinung des Herausgebers

Das TCL NXTPAPER 70 Pro ( 310 Euro bei Amazon ) ist eines dieser Smartphones, das mehr Persönlichkeit besitzt, als seine technischen Daten auf den ersten Blick vermuten lassen. Es konkurriert nicht mit roher Leistung oder herausragender Fotografie, sondern mit etwas viel Seltenerem: Es macht das stundenlange Betrachten des Bildschirms komfortabler, klarer und angenehmer.

Seine größte Stärke liegt in der NXTPAPER 4.0-Technologie, der matten Oberfläche, den Lesemodi und dem Gefühl, dass das Gerät für Vielleser, häufige Rechercheure und Menschen konzipiert wurde, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen. Hinzu kommen ein schlichtes Design, ausreichende Leistung, gute Akkulaufzeit und ein stimmiges Software- und Funktionskonzept.

Allerdings hat dieses Smartphone auch deutliche Einschränkungen. Es ist groß, die Kameras sind nicht besonders beeindruckend und der Bildschirm bietet nicht die brillante Farbsättigung, die viele mit einem guten Display verbinden. Genau deshalb ist es kein Allround-Smartphone. Für den richtigen Nutzer kann es aber eine sehr gute Wahl sein.

Letztendlich versucht das TCL NXTPAPER 70 Pro nicht, in allem das Beste zu sein. Es konzentriert sich auf eine ganz bestimmte Sache und meistert sie mit Bravour. Für alle, die Wert auf ein herausragendes Bildschirmerlebnis legen und weniger auf maximale Leistung oder ambitionierte Fotografie, ist es deutlich sinnvoller, als es zunächst scheinen mag.