Der Dreame R20 Pro-A ist einer jener Akku-Staubsauger, die mehr sein wollen als nur „ein weiterer elektrischer Besen“. Auf dem Papier wirkt er gut ausgestattet: starke Saugkraft, LED-Display, automatische Schmutzerkennung, Beleuchtung zur besseren Sichtbarkeit des Staubs, ein herausnehmbarer Akku und eine Bürste, die nach jeder Benutzung nicht in einem verhedderten Haarknäuel endet. Doch wie immer bei solchen Produkten sagt das Datenblatt nur einen Teil der Wahrheit. Entscheidend ist, ob er sich im Alltag bewährt, ob er gründlich reinigt, ohne dass ständig der Turbomodus benötigt wird, ob das Zubehör nützlich ist und ob das faltbare Design tatsächlich Vorteile bietet oder nur ein nettes Gimmick ist.
Dreames Angebot ist klar: ein leistungsstarker, relativ leichter Staubsauger mit praktischen Lösungen für alle, die häufig putzen, Haustiere haben oder einfach den herkömmlichen Bodenstaubsauger loswerden wollen. Er ist kein Einsteigermodell, aber angesichts seiner Funktionen auch nicht übertrieben teuer. Damit positioniert er sich besonders interessant für alle, die eine ernstzunehmende Alternative suchen, ohne gleich zu den teuersten Marken greifen zu müssen.
Design und Ergonomie
Die Verarbeitungsqualität des Dreame R20 Pro-A entspricht dem gewohnten Markenstandard: hochwertiges Kunststoffgehäuse, ein kompaktes Gehäuse und ein modernes, schnörkelloses Design. Er wirkt keineswegs billig, was besonders wichtig ist, da ein Akku-Staubsauger ständig in die Hand genommen, abgestellt, auseinandergenommen und entleert wird. Alles muss perfekt zusammenpassen, denn jedes Wackeln wird auf Dauer lästig.

Das Hauptgerät wiegt 1,76 kg, ein durchaus angemessener Wert für einen Staubsauger dieser Leistung. Es ist zwar nicht leicht, insbesondere bei längerem Gebrauch von Rohr und Hauptbürste, aber auch nicht übermäßig anstrengend. Wie bei fast allen Staubsaugern dieser Art liegt der Schwerpunkt spürbar oben, sodass das Reinigen von Decken, hohen Ecken oder Vorhängen den Arm etwas ermüden kann. Auf Böden hingegen lässt er sich ganz mühelos handhaben.
Der entscheidende Unterschied liegt im um 90 Grad klappbaren Verlängerungsrohr. Das mag zunächst unbedeutend erscheinen, bis man versucht, unter einem Bett, einem niedrigen Sofa oder einem Fernsehtisch zu saugen. Mit einem herkömmlichen Staubsauger muss man sich bücken, das Handgelenk überanstrengen oder sich damit abfinden, dass sich darunter eine kleine Staubkolonie bildet. Hier ermöglicht das flexible Verlängerungsrohr das mühelose Erreichen dieser Stellen. Es ist eines jener Merkmale, die einem nicht sofort ins Auge fallen wie die Saugleistung, die man aber wahrscheinlich häufiger nutzt, als man erwartet.
Das LED-Display ist ebenfalls hilfreich. Es ist zwar kein „intelligentes“ Display im eigentlichen Sinne, liefert aber die wirklich wichtigen Informationen: Reinigungsmodus, Akkustand, Verstopfungswarnungen, hohe Temperatur oder den Hinweis, den Filter zu überprüfen. Bei solchen Produkten bevorzuge ich ein einfaches und übersichtliches Display gegenüber einem Bedienfeld voller Symbole, die ohnehin niemand beachtet.
Leistungs- und Reinigungskapazität
Er verfügt über einen 600-Watt- Motor und eine Saugleistung von 26.000 Pa. Im Alltag bedeutet das: ein Staubsauger mit ausreichend Leistung, um Hartböden, dünne Teppiche, Krümel, Staub und Tierhaare gründlich zu reinigen, ohne dass ständig die höchste Saugstufe benötigt wird. Das ist wichtig, denn viele Staubsauger werben zwar mit hohen Leistungsdaten, reinigen aber im täglichen Gebrauch nur im Turbomodus wirklich effektiv – und der Akku entlädt sich dann schnell.
Wir haben einen Eco-Modus für die tägliche Reinigung: Er entfernt sichtbaren Staub, leichte Flusen, lose Haare und oberflächlichen Schmutz. Für eine schnelle Reinigung im Wohn- oder Schlafzimmer ist er völlig ausreichend, besonders wenn Sie den Schmutz nicht tagelang liegen lassen. Der Automatikmodus ist wahrscheinlich für fast jeden die beste Wahl, da er die Leistung automatisch an den Verschmutzungsgrad anpasst. Bei stärkerer Verschmutzung erhöht er die Intensität; bei saubererem Boden reduziert er die Motorleistung. So müssen Sie nicht ständig manuell zwischen den Modi wechseln.

Der Turbomodus hingegen ist für spezielle Situationen gedacht: Teppiche, Sand, groben Schmutz oder stark verschmutzte Bereiche. Er reinigt kraftvoller, verbraucht aber auch deutlich mehr Akkuleistung und ist lauter. Das ist nicht nur bei Dreame so, sondern bei allen leistungsstarken Akku-Staubsaugern. Der Turbomodus ist zwar eine praktische Funktion, aber man sollte sich keinen Staubsauger kaufen, der ihn ständig nutzen möchte.
Die TangleCut-Multifunktionsbürste ist eines der interessantesten Features. Sie schneidet aktiv Haare ab und reduziert so Verfilzungen in der Bürstenwalze. Jeder, der Haustiere oder Menschen mit langen Haaren zu Hause hat, kennt das Problem: Man muss ständig anhalten, die Schere rausholen, die verhakten Haarbüschel durchschneiden und die Bürstenwalze mühsam reinigen. Das System ist zwar kein Wundermittel – bei vielen Haaren bleibt immer etwas Pflege nötig –, aber es sollte den Aufwand deutlich verringern. Und bei einem häufig genutzten Staubsauger zählt jede Minute, die man beim Reinigen der Bürste spart.
Darüber hinaus ist die 140-Grad-CelesTect -LED-Beleuchtung (bekannt von Marken wie Dyson) ein weiteres Feature, das sich beeindruckender anhört, als es tatsächlich ist, aber absolut Sinn macht. Das Licht hilft, Feinstaub, Haare und Partikel zu erkennen, die sonst mit bloßem Auge unsichtbar sind, insbesondere auf Hartböden, in Ecken und in schlecht beleuchteten Bereichen. Wer einmal einen Staubsauger mit Frontlicht ausprobiert hat, möchte ihn nicht mehr missen. Ein interessanter Nebeneffekt: Man merkt plötzlich, dass das Haus weniger sauber war als gedacht.
Autonomie und Wartung
Die angegebene maximale Laufzeit beträgt bis zu 90 Minuten, diese Angabe sollte jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Wie üblich wird diese Zeit unter Idealbedingungen, bei geringer Leistungsaufnahme und vermutlich ohne die leistungsstärkste motorisierte Bürste erreicht. Im realen Einsatz, mit wechselnden Reinigungsmodi und der Hauptbürste, ist mit einer deutlich kürzeren Laufzeit zu rechnen. Dennoch bietet der 8-Zellen-Akku mit 2900 mAh ausreichend Leistung für eine gründliche Reinigung mittelgroßer bis großer Wohnungen, sofern der Automatikmodus korrekt verwendet wird.

Der Staubbehälter fasst 0,6 Liter , was für einen Akku-Staubsauger dieser Größe ausreichend ist. Er ist zwar nicht riesig, ermöglicht aber die Reinigung mehrerer Räume, ohne ihn ständig leeren zu müssen. Dank des Entleerungssystems per Knopfdruck bleibt der Schmutz sauber. Wie bei solchen Geräten üblich, kann es jedoch vorkommen, dass bei starker Verschmutzung durch Haare oder Flusen ein paar Mal leicht nachgeholfen werden muss, damit alles vollständig entleert wird.
Dreame verfügt außerdem über eine Fünf-Schicht-Filtration mit einer beworbenen Effizienz von 99,9 % für Partikel bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometern. Dies ist besonders in Haushalten mit Feinstaub, Haustieren oder empfindlichen Personen von Vorteil, ersetzt aber nicht die regelmäßige Filterreinigung. Und hier kommt der weniger angenehme Teil: Damit ein Staubsauger seine Leistung behält, müssen Filter, Walze und Kanäle gepflegt werden. Beim R20 Pro-A lassen sich Komponenten wie Filter und Walze entnehmen und waschen, was die Wartung deutlich erleichtert, sie aber nicht vollständig überflüssig macht. Wer einen wartungsfreien Staubsauger sucht, ist hier falsch.
Meinung des Herausgebers
Der Dreame R20 Pro-A ist meiner Meinung nach ein sehr gut durchdachter Akku-Staubsauger. Er versucht nicht nur mit technischen Daten zu beeindrucken, obwohl er diese durchaus bietet, sondern überzeugt vielmehr mit praktischen Lösungen, die sich im Alltag bemerkbar machen: das faltbare Rohr für rückenschonendes Reinigen, die TangleCut- Bürste für eine einfachere Tierhaarentfernung, die CelesTect-Leuchte für bessere Sicht auf Staubpartikel und der Automatikmodus, sodass man die Saugleistung nicht ständig neu einstellen muss.
Seine Schwächen entsprechen den üblichen in dieser Kategorie. Die maximale Akkulaufzeit sollte man mit Vorsicht genießen, der Turbomodus ist nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt, und Filter und Walze müssen weiterhin gewartet werden. Es ist auch nicht der günstigste Staubsauger auf dem Markt, aber angesichts seiner Funktionen ist er mit dem offiziellen (reduzierten) Preis von 299 € durchaus wettbewerbsfähig.