Halloween: The Game stand vor einer schwierigen Aufgabe: Michael Myers zum Protagonisten zu machen, ohne einfach nur die Formel anderer asymmetrischer Multiplayer-Spiele zu kopieren. Nach dem Spielen der PS5-Version ist der Eindruck durchweg positiv. IllFonic versteht, was den Originalfilm so besonders macht, und nutzt Haddonfield, um Matches zu gestalten, in denen Spannung genauso wichtig ist wie die Jagd oder Flucht vor dem Gegner.
Das Grundprinzip lässt Michael Myers gegen vier Spieler antreten, ergänzt durch KI-gesteuerte Bewohner, die über die gesamte Karte verteilt sind. Die Überlebenden müssen sich nicht nur auf ihr eigenes Überleben konzentrieren, sondern auch ihren Nachbarn helfen, Ressourcen finden und nach einem Fluchtweg suchen. Diese kleine Änderung macht die Matches dynamischer und verleiht Haddonfield den Charakter eines lebendigen Ortes, anstatt einer simplen Karte, die zum ziellosen Herumlaufen einlädt.
Michael Myers zu sein ist genau das, was wir erwartet haben.
Das Schlüpfen in die Rolle des Michael ist wohl der spannendste Teil. Er jagt seinen Opfern nicht verzweifelt hinterher, sondern geht mit jener beunruhigenden Ruhe vor, die ihn schon immer auszeichnete. Um das in einem Videospiel umzusetzen, kann er Überlebende aufspüren, Schatten nutzen oder blitzschnell an bestimmten Orten auftauchen, was der Verfolgung eine strategischere Komponente verleiht.
Wenn wir es schaffen, einem Opfer nahe zu kommen, kennt Halloween keine Gnade. Es gibt geradlinige Hinrichtungen und andere, die Elemente der Umgebung einbeziehen – manche davon recht kreativ –, was für Abwechslung sorgt und perfekt zum Ton eines Slasher-Films passt. Das Interessante daran ist, dass es beim Spielen von Michael nicht nur ums Angreifen geht: Beobachten, Fluchtwege abschneiden und entscheiden, wann man vor einem anderen Spieler auftaucht, ist oft viel befriedigender.
Es gibt auch Platz, um alleine zu spielen.
Obwohl der Mehrspielermodus eindeutig im Mittelpunkt steht, hat IllFonic auch Einzelspieler-Inhalte integriert. Die Kampagne dient dazu, die Spieler mit Michaels Fähigkeiten vertraut zu machen und sie gleichzeitig Ereignisse aus dem Film von 1978 nacherleben zu lassen. Sie ist zwar nicht besonders lang, eignet sich aber hervorragend als Einführung und zeugt von so viel Liebe zum Franchise, dass Halloween-Fans jedes Level in Ruhe erkunden möchten.

Diese Achtung vor dem Originalmaterial ist in Haddonfield besonders spürbar. Die Häuser, die Autos, die Einrichtung und unzählige kleine Details vermitteln perfekt das Flair der späten Siebzigerjahre. Die Straßen nachts zu erkunden, hat etwas Besonderes, selbst wenn man niemanden verfolgt. Der Film versucht nicht, technisch zu punkten, sondern weiß künstlerisch genau, welchen Film er heraufbeschwören will.
Es gibt Aspekte, die noch verbessert werden müssen.
Unser Spieldurchgang auf der PS5 hat auch einige Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. Wir stießen auf merkwürdiges Verhalten der KI-gesteuerten Charaktere, Animationen, die nicht immer flüssig abliefen, und einige Interaktions- und Stabilitätsprobleme. Diese Mängel sind zwar spürbar, beeinträchtigten aber während unserer Spielsitzungen das insgesamt positive Spielerlebnis nicht, sofern alles reibungslos funktionierte.

Es ist außerdem erwähnenswert, dass wir vor dem offiziellen Release gespielt haben. Daher sind Anpassungen und Updates zum Verkaufsstart durchaus zu erwarten. Anstatt uns in diesem Test auf diese Punkte zu konzentrieren, sehen wir sie als Aspekte, die IllFonic weiter verbessern sollte. Das Gameplay ist unterhaltsam genug, um uns gespannt darauf zu machen, wie es sich entwickelt, wenn mehr Spieler die Server füllen und das Studio Zeit hat, diese kleineren Mängel zu beheben.
Preis, Plattformen und abschließende Meinung
Halloween: The Game erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Auf der PS5, der Plattform, auf der wir diesen Test durchgeführt haben, kostet die Standard Edition 39,99 €, die Digital Deluxe Edition hingegen 59,99 €. Dieser Preis ist deutlich günstiger als bei vergleichbaren aktuellen Titeln und spiegelt den Umfang und die Ambitionen des Spiels besser wider.

Es will Dead by Daylight nicht vom Thron stoßen oder asymmetrischen Horror komplett neu erfinden. Seine größte Stärke liegt woanders: Es versteht Halloween, erweckt Haddonfield liebevoll zum Leben und macht die Steuerung von Michael Myers so unterhaltsam, wie man es erwarten würde. Es gibt zwar noch Verbesserungspotenzial, aber die Idee dahinter ist vielversprechend. Fans des Originalfilms und alle, die Multiplayer-Spiele mögen, können Haddonfield uneingeschränkt empfehlen.